Bruder Hahn – Gedanken vor dem Brüten lassen

Bruder Hahn – Gedanken vor dem Brüten lassen

Wer kennt nicht diese super süßen Bilder von kleinen, flauschigen Küken? Da könnte man doch glatt auf die Idee kommen, mal auch die eigenen Hühner brüten zu lassen, um so die nächste Generation an Hennen einfach im eigenen Stall groß zu ziehen, oder sich statt Hennen befruchtete Bruteier zu kaufen. Was eine unglaubliche romantische Vorstellung ist, ich gebe zu, auch für mich, ist jedoch nicht so einfach wie es klingt und bringt einige Schwierigkeiten mit sich, über die man sich bevor man eine Glucke gewähren lässt, Gedanken machen muss. Denn nicht jedes Küken was fröhlich durchs Gras hüpft, kann am Ende bei seiner Schar bleiben. Das ist leider bittere Realität!

Brüten lassen?
Brüten lassen?

Jede Henne hatte einen Bruder

Jede Henne auf dieser Welt hat etwas, über dass wir Familien-Hühnerhalter am liebsten nicht nachdenken wollen: einen Bruder! Eher gesagt, jede Henne HATTE viele Brüder, denn die meisten Hähne werden nicht alt. Mehr als ein Hahn hat in einer Hühnerschar meistens keinen Platz, so kommt es kurz über lang immer an den Punkt, vor dem es jeden Hobbyhalter, der seine Hühner eher als Haustiere als als Nutztiere sieht und brüten lässt, graut: Die mühsam ausgebrüteten Hähne, mit Namen und Emotionen, müssen ausziehen, damit der Frieden in der Gruppe bestehen bleibt oder sogar wieder hergestellt wird. Nur wohin mit dem geliebten Tier?

Die Anzeigenblätter sind voll von verzweifelten Hahnen-Besitzern, die probieren ihren selbst ausgebrüteten Hahn zu vermitteln. Meistens wird der tolle Charakter des Tieres hervorgehoben, wie lieb der Kleine ist, dass er aber leider nicht bleiben kann. Oft wird ein „schlachtfreier neuer Wirkungskreis“ gesucht. Leider meistens ohne Erfolg und was dann? Da bleibt nur noch der Weg zum Schlachter, spätestens wenn die Situation in der eigenen Hühner-Schar eskaliert.

Bewusst einen Entscheidung vor dem Brüten treffen!

Wer also selber ausbrütet möchte, muss sich mit dem Gedanken anfreunden, beziehungsweise eher abfinden, dass ungefähr 50% Hähne schlüpfen werden, die vermutlich nicht einfach so ein neues Zuhause finden können. Tierheime nehmen vor allem im städtischen Bereich keine Hühner (mehr) auf und der Mark ist von Hähnen überfüllt. Wer nicht gerade den perfekten, rassereinen und seltenen Zuchthahn ausbrütet, wird also schlechte Karten haben, dass geliebte Tier weiter zu vermitteln. Mehr-Hahn-Haltung ist meistens auch keine Option, so dass oft nur noch eine Option bleibt.

Wer sich dem bewusst ist, oder sogar gerne die eigenen Hähne verzehren möchte, kann von Anfang an eine geeignete Hühnerrasse wählen, sogenannte Zwiehühner. Diese haben nicht nur eine gute Legeleistung, sondern lassen sich auch zur Fleischgewinnung nutzen. Wer also kein Problem damit hat seine eigenen Hähne zu verzehren, dem steht dem eigenen Brüten nichts entgegen. Diese Entscheidung muss jede Familie für sich selber treffen und sollte nicht verurteilt werden, denn die meisten privat gehaltenen „Mast-Hähnchen“ haben ein tolles Leben und werden liebevoll bis zum Tag X versorgt.

Schlachten, ja oder nein?

Wer jedoch, so wie wir auch, nicht bereit ist die eigenen Tiere zu essen und schlachten zu lassen, sollte die Finger von eigenen Brut oder dem Kauf von Bruteiern lassen. Egal wie man es dreht und wendet: Für jede Henne die in unserem Garten lebt und uns mit ihren Eiern und ihrer Liebe beschenkt, ist mindestens ein Bruder-Hahn im bestenfalls als Fleischlieferant geschlachtet worden. Das ist bittere Realität und muss jedem Hennenhalter immer bewusst sein. Wir sind uns diesem Fakt bewusst, wollen jedoch selber nicht Schlachten. So steht unsere Entscheidung fest, nur Hennen zu kaufen und nicht selber zu brüten.

3 Kommentare zu „Bruder Hahn – Gedanken vor dem Brüten lassen“

  1. Pingback: 10 Dinge die du über Hühner wissen solltest vor den Hühnern

  2. Pingback: Brauche ich einen Hahn für meine Hühner? Hühnerhaltung Stadt

  3. Pingback: Essen veganer die Eier der eigenen Hühner? - City Huhn

Kommentar verfassen

Scroll to Top