12 Fakten über Hühner für Anfänger

12 Fakten über Hühner die ich gerne früher gewusst hätte

Heute habe ich 12 Fakten für euch, die ich gerne sofort gewusst hätte, als ich geplant habe, meine ersten Hühner anzuschaffen. Vieles ist logisch wenn man es hört, aber man denkt nicht dran, bevor man es weiß. Also habe ich euch hier 12 Fakten zusammen getragen, die euch helfen könne zu entscheiden, ob ihr wirklich Hühner halten wollt oder die euch zeigen, was es wirklich bedeutet Hennen ein Zuhause zu geben. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken!

12 Fakten über Hühner für Anfänger die ich gerne früher gewusst hätte

1. Fakt: Hühner legen nicht jeden Tag ein Ei

Der Volksmund lügt! Fakt ist, Hühner legen nicht jeden Tag ein Ei, bzw. sollten das auch nicht, denn das wäre ziemlich ungesund. Eine Orpington zum Beispiel legt bis zu 180 Eier im Jahr, das sind maximal 3-4 Eier pro Woche, also bis zu alle zwei Tage ein Ei. Wer also jeden Tag mehrere frische Eier haben möchte, braucht schon eine etwas größere Hühnerschar in seinem Garten, wenn er auf Rassehühnern setzt.

Wer im ersten und zweiten Legejahr seiner Hühner maximal viele Eier haben möchte, wird wohl an Hybridhühner nicht vorbei kommen. Diese legen bis zu 320 Eier pro Jahr, sind aber meistens nach 1-2 Jahren davon so ausgelaugt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes fertig sind. Aber, muss man den unbedingt um jeden Preis jeden Tag ein frisches Ei essen?

2. Fakt: Hühner legen nicht ihr Leben lang Eier

Wie oben schon beschrieben legen Hühner in ihrer ersten und zweiten Legeperiode die höchste Anzahl an Eiern pro Jahr, danach lässt die Legeleistung langsam nach, bis Hühner irgendwann gar keine Eier mehr legen. Wie lange Hühner genau Eier legen ist sehr individuell. Ich habe schon von Rassehühnern gelesen, die mit 7 Jahren noch 2 Eier pro Woche legen.

Hybridhühner werden dagegen erst gar nicht so alt, denn dafür sind sie nicht gezüchtet. In den ersten 1-2 Jahren powern sie sich so aus, dass danach nicht mehr viel Energie übrig ist. Die Lebenserwartung von Hybriden ist deshalb deutlich geringer (1,5 Jahr) als von Rassehühnern, auch weil sie meist in der Massentierhaltung gehalten werden und dort einfach aussortiert werden.

3. Fakt: Hühner legen im Winter kaum bis keine Eier

Fakt ist, die meisten Hühner stellen im Winter einfach das Eierlegen ein, was an den Temperaturen und dem Licht in den Wintermonaten liegt. Mache Rassen, wie die Orpingtons, legen aber auch im Winter weiter. Im Orpington-Fall liegt es an dem sehr warmen Gefieder und der Herkunft, dass auch im Winter ein paar Eier gelegt werden.

Damit Hühner im Winter weiter Eier legen, wird machmal empfohlen, den Bio Rythmus der Hühner zu veräppeln, indem der Stall Tageslicht-Lampen einen längeres Tagesablauf simulieren. Dieses Thema ist eine Wissenschaft für sich. Da jeden Huhn im gesamten Leben nur eine begrenzte Anzahl an Eier legen kann, kann man ruhig seinen Damen eine Winterpause gönnen. So hat man zwar nicht das ganze Jahr über Eier, dafür aber länger.

4. Fakt: Hippe, kleine plastik Hühnerställe aus dem Internet sind Schrott und nicht geeignet

Sicher will das keiner hören, der gerade gutgläubig im Internet einen der toll beworbenen und stylisch-praktischen Hühnerställe für teures Geld bestellt hat. Auch ich bin zuerst fast in diese Fall getappt, konnte aber dank meiner Facebookgruppen noch davon abgebracht werden. Je mehr ich mich mit der Materie beschäftigte, umso mehr geschockter war ich nachher über diese Ställe.

Als ich das erste mal einen solchen Stall bei Nachbarn sah, hatte ich sofort ein komisches Gefühl im Bauch. Meine Hennen sollten nicht in so einem Kasten sitzen. Ich frage die Halterin was sie denn machen würde bei einer Stallpflicht, schließlich können die Hühner ja nicht Wochenlang in einem kleinen Kasten ohne Fenster sitzen. Ihr Antwort war mir eigentlich schon vorher klar: „Was für Stallpflicht?“

Fakt ist, es klingt verlockend: Aus Kunststoff deshalb keine Milben, nimmt kein Platz weg, aber für bis zu 9 Hühner geeignet, gedämmt, leicht von außen zu reinigen.

Die Wahrheit: Ein Stall muss mindestens 2,5qm haben, auch wenn nur 2 Hennen drin sitzen und man laut der gleichen Verordnung 4 Hühner auf einem qm halten kann. Unter 2,5qm ist alles also unzulässig und hat nichts mit Stall zu tun! Wirklich nicht! Oder würdest du gerne bei 4 Wochen Quarantäne auf der Fläche deines Schreibtischs eingesperrt sein? Das ist ein guter Vergleich.

Auch Fakt ist, ein Stall sollte 2 Meter Höhe haben, damit du reingehen und dich um die Tiere kümmern kannst. Diese Ställe haben teilweise eine Innenhöhe von 50cm. Finde den Fehler!

Es ist günstiger ein Gartenhaus umzubauen! Es ist besser für die Tiere und es ist besser für den Halten. Fallt nicht auf bescheuerte Verkaufsversprechen rein und gebt viel Geld für Plastik-Müll aus. Wenn ihr eure Hühner so beengt halten wollt, könnt ihr auch gleich Eier im Supermarkt kaufen. Umbequeme Meinung, ich weiß, aber für mich sind diese Hühner-Knaste eine absolute Unverschämtheit. Man darf sie verkaufen, aber nicht nutzen. Aber das sagten die super coolen Hersteller natürlich nicht! Finger weg!

5. Fakt: Auch Hühner müssen geimpft werden

In meinem Umfeld gibt es 3 weitere City Hühner halten, die schon Jahre vor mir angefangen haben, jedoch mit Unwissenheit glänzen. Mir wurde bevor meine Hühner einzogen zum Beispiel erzählt, dass die Hühner geimpft gekauft wurden und deshalb nie wieder geimpft werden müssen. Das stimmt so leider nur halb. Küken können/sollten in den ersten Lebenstagen bestimmte Impfungen erhalten, diese reichen aber nicht ein Leben an.

Vor allem gegen die Newcastle Krankheit besteht in Deutschland (in Österreich übrigens noch nicht) eine Impfpflicht. Gegen Newcastle kann einmal im Jahr mit einer Injektion oder alle 6-12 Wochen über Wasser geimpft werden. Wir Stadtpappnasen wählen dort meistens die jährliche Variante vom Tierarzt, da kann weniger schief laufen, ist aber auch etwas teurer. Geflügenzuchtvereine bieten oft Sammel-Impf-Termine an. Eine Mitgliedschaft kann sich also lohnen, außer man wohnt in Köln, da gibt es keinen Verein 😉

Fakt: Wer seine Hühner nicht impft, handelt damit gegen die Impfpflicht und kann sich dadurch strafbar machen. Bitte lasst eure Hühner Impfen, nicht nur für eurer eigenes Wohl, sondern auch für das Wohl der anderen Hühner in der Umgebung.

Ich muss mich damit Abfinden dass in direkter Nachbarschaft ganze 3 Nachbarn ihre Hühner nicht impfen, aber das ist kein Grund, genau so zu handeln.

6. Fakt: Hühner sind meldepflichtig

Ebenso wie es mit dem Impfen ist, sehen es auch viele Hühnerbesitzer mit der Meldepflicht. Wer Hühner anschaffen möchte, sollte sich zuerst erkundigen, ob Hühner im Wohngebiet erlaubt sind und ob diese gemeldet werden müssen. Das kann von Land und Bundesland sehr unterschiedlich sein. Hier in Köln dürfen Hühner, die als Kleintiere gelten, grundsätzlich gehalten werden. Wichtig ist, dass der Stall falls notwendig, eine Genehmigung hat.

Und natürlich müssen Hühner hier gemeldet werden. Einmal beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse. Die Meldung bei Veterinäramt ist kostenlos, bei der Tierseuchenkasse können jedoch Kosten anfallen. Bei uns sind das 10€ im Jahr, das ist jedoch auch wieder vom Bundesland abhängig. Wer seine Hühner nicht meldet, handelt nicht korrekt und kann bestraft werden.

Die Hühner zu melden hat viel Vorteile: Man wird zum Beispiel über Stallpflichten und Seuchenausbrüche, sowie über die Vogelgrippe Verordnungen die aktuell sind informiert. Das sind Dinge, die man als Stadtmensch so sonst nicht wirklich mitbekommt. Sollen die eigenen Hühner an Vogelgrippe sterben, oder einer anderen Seuche, entschädigt der Staat diesen Verlust monitär Den emotionale Wert kann natürlich keiner so einfach Ersetzen.

Neben der Meldepflicht besteht auch eine Pflicht ein Bestandsbuch zu führen, indem alle Impfungen, alle Hühner, Tot und Neuanschaffungen von Tieren und jedes gelegte Ei verzeichnet wird. Sollte das Veterinäramt mal anklopfen, wird es dieses Buch überprüfen und sehen wollen. Deshalb sollte unbedingte in Hühnertagebuch geführt werden. Den Überblick über die eigenen Tiere zu bewahren schadet eh nicht.

7. Fakt: Hühner können krank werden

Hühner können genau so krank werden wie andere Tier auch. Der Unterschied in der Art damit umzugehen wurde mir schon lange bevor das erste Huhn einzog klar, nachdem ich Mitglied in Hühner-Facebook-Gruppen wurde.

Oft heisst es: Guckt mal mein Huhn hat dieses und jenes, soll ich es erlösen? Wenn ich das so lese, mehrfach am Tag, wird mir klar, dass Hühner bei den meisten Haltern Nutztiere und keine Haustiere sind. Ist ein Huhn krank und es ist zu viel Aufwand sich drum zu kümmern, dann kommt es weg. Ich neige eher dazu Nachts in die Tierklinik in die Notaufnahme zu fahren…. Meine Hühner sind dann vielleicht dann doch eher Haustiere, oder?

Auch eine Hühnerkrankenversicherung wurde mir noch nie Angebot, wogegen das Internet voller Anzeigen für Hundeversicherungen ist. Verrückte Welt, dabei können Hühner so viele Problem haben, zum Beispiele Schädlinge wie Würmer, Milben und Federlinge, verschiedene Seuchen, eine Kropfverstopfung und natürlich eine Erkältung mit Niesen, gebrochene Gliedmaßen, Legedarmentzündungen, Verletzungen der Augen und und und.

Mehr zu Hühner-Krankheiten findet ihr HIER, mehr zu Schädlingen HIER und mehr zur Notfall-Apotheke für Hühner HIER.

8. Fakt: Nicht jeder Tierarzt behandelt Hühner

Meine geliebte Tierärztin, zu der ich mit meinen Haustieren hingehe seit dem ich 11 Jahre alt bin, schaute mich verwundert über den Rücken meines Hundes an: „Hühner? Das auch noch? Also im Notfall bin ich hier, aber wenn du nicht gerade 1000 Hühner halten willst, kann ich nicht impfen!“

Okay, 1000 Hühner ist mir was zu viel, so dass mein normaler Tierarzt dafür schon mal wegfällt, aber mir wurde ein anderer Arzt, etwas außerhalb der Stadt empfohlen. Für den Notfall kann ich zwar zu ihr kommen, aber sie ist auf Haustiere spezialisiert.

Info für Kölner: Eine Tierärztin die Hühner in Köln behandelt und auch Sammel-Impftermine anbietet ist Dr. Vaupel. Informationen zu ihr findet ihr auf ihrer Seite: Tierarztpraxis Vaupel

Mein Tipp: Sucht vorher einen Tierarzt der euch Hilft und nicht nur erlöst!

9. Fakt: Es kann pro Gruppe Hennen und wenige Hähne geben

Na, Lust selber die Hennen mal Küken ausbrüten zu lassen? Schöne Idee, aber ist mit den Hähnen die schlüpfen? Wenn ihr eure Hennen brüten lasst, werden Hähne schlüpfen, das ist ein unabdingbarer Fakt. Mehr dazu findet ihr auch HIER. Das Problem ist aber, ihr könnt zu euren Damen nicht unednlich Hähne setzten. Wie viele Hähne in einer bunten Truppe laufen können, hängt von der Rasse und Gruppenkonstelation und euren Platz den ihr habt ab.

Als City Huhn halten werdet ihr jedoch vermutlich, wenn überhaupt, einen oder zwei Hähne behalten können. Und was macht ihr mit dem Rest? Lies HIER mehr dazu!

10. Fakt: Hähne sind keine Kuscheltiere

Einen Hahn zu halten ist vor allem für Hühneranfänger und Stadtbewohner schwierig. Hähne bringen meistens Ärger wenn man mit ihm nicht umzugehen weiß. Ich wäre auf jeden Fall zu lieb und inkonsequent für die Haltung eines Hahns, mittlerweile bin ich mir nur von Geschichten die ich mitbekommen habe dem mehr als Bewusst.

Natürlich gibt es auch die Kuschelhähne die ihre Hähne beschützen und lieb zum Halter sind, aber die Anzahl der Hähne die ihre Hennen auch gegen den Halter verteidigen oder diesen sogar plötzlich Angreifen ist groß. Ich möchte keine Hahnensporen in meinem Gesicht haben, deshalb kommt für mich selber kein Hahn in frage. Eine Schar Hühner kann auch sehr gut ohne Hahn leben. Für alle City Hühner ist es sowieso empfehlenswert auf einen Hahn zu verzichten um die gute Nachbarschaft nicht zu gefährden.

11. Fakt: Hühner brauchen Hühner

1-2 Hühner halten für ein paar frische Eier? Keine gute Idee, denn Hühner sollten mindestens 3 gehalten werden, weil sie sich sonst einsam fühlen und traurig sind. Das ist kein Scherz, denn Hühner leben in großen Gruppen zusammen und brauchen die Nähe anderen Hühner. Sie laufen meisten in der Gruppe, haben beste Freundinnen und warten sich gegenseitig vor Feinden. Diese letzte Aufgabe übernimmt auch gerne der Hahn, der ebenfalls für seine Mädels Leckereien sucht und diese zu sich ruft, damit die Mädels alle was davon haben. Hühner sind also hochsoziale Tiere und brauchen einfach eine Gruppe!

12. Fakt: Hühner sind so intelligent wie Hund und Katze

Du denkst Hühner wären dumme und langweilige Tiere? Oh nein, im Kopf der kleinen Flauschkugeln geht die Post ab. Sie können sich nicht nur bis zu 100 andere Hühnergesichter merken, nein, sie erkennen auch ihre Halter und dessen Freunde wieder. Sie sind wie Hund und Katze und können sich genau so langweilen. Deshalb ist es auch wichtig bei einer Stallpflicht das liebe Geflügel zu beschäftigen, denn Langeweile kann zu Fehlverhalten führen, was sich nur noch schwer abgewöhnen lässt und den anderen Tiere in der Gruppe schadet, wie das Rauszupfen von Federn der anderen Hennen.

Deine Hühner wollen also beschäftig werden, sie wollen spielen, miteinander und mit Menschen und sie brauchen Abwechslung im Freilauf. Hühner sind schlau und haben damit die gleich Ansprüche wie andere Haustiere. Umso schlimmer ist die Vorstellung wie diese hoch sozialen und intelligenten Tiere in der Massentierhaltung leiden müssen.

1 Kommentar zu „12 Fakten über Hühner für Anfänger“

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